Flussfahrt
Vor dir liegt der gemächlich dahin fließende Strom.
Du hast dein Kanu vom Ufer weg gedrückt.
Nach ein paar wenigen Zügen mit dem Paddel hat dein Gefährt sich der Bewegung des Wassers angepasst.
Du hast Zeit. Die Alltagshektik hast du am Ufer zurück gelassen.
Sanft gleitest du aus dem Schatten der überhängenden Bäume in die mittagliche Sonne.
Es ist einer dieser lauen Frühsommertage.
Das weiche Plätschern des Wasser am Ufer ist kaum mehr zu hören.
Die Kühle des klaren Wassers ist erfrischend unter der erstarkenden Sommersonne.
Ein Schmetterling hat sich beim Überqueren des Flusses auf der Bordkante eine kleine Pause gegönnt.
Dein Blick gleitet über die scheinbar stillstehende Wasserfläche.
Der Schatten des Rumpfes gibt dir den Blick frei auf das am Grund schlängelnde Wassergras.
Hier und da verlässt ein Fisch den schützenden Teppich um sich gleich danach wieder zu verstecken.
Kleine Mücken löschen ihren Durst durch eine kurz Berührung mit dem kühlen Nass.
Es mutet an, wie der Tanz von winzig kleinen Elfen, die sich berührungslos umeinander drehen.
Dein Blick wandert nach oben.
Am blassblauen Sommerhimmel zieht in luftiger Höhe ein Vogel seine Kreisbahnen. Ganz aus der Ferne ertönt hin und wieder sein heißerer Ruf nach dem Gefährten.
Eine einzelne, schleierartige Wolke scheint sich kaum zu bewegen. Ganz so, als genieße auch sie die Ruhe der unter ihr liegenden Landschaft.
Der Schmetterling setzt seine Reise fort und wie zum Abschlied umflattert er noch einmal das Boot, um dann ohne Eile dem anderen Ufer entgegen zu streben.
Der Duft von frischen Blüten ist zu verlockend für ihn.
Der Fluss macht eine sanfte Biegung und öffnet den Blick in das sich weitende Tal.
Wiesen und Felder haben die Waldungen abgelöst.
Die Halme wiegen sich im kaum spürbaren Wind. Ganz so, als wollten sie es in ihren Bewegungen dem Fluss gleichmachen.
Die Harmonie der Natur hat dich aufgenommen.
Du bist ein Teil dieses Friedens.
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… Mond und Sterne
Die Sonne ist hinter dem Horizont verschwunden.
Die Nacht bricht schnell herein hier im Süden.
Nur noch der schwere, herbsüße Duft der blühenden Pinien erinnert an die Hitzes des schwindenden Tages.
Die Natur bereitet sich auf die Nacht vor.
Ein Wildtauben-Paar hat seinen Schlafplatz aufgesucht. Ein leises Gurren lässt erahnenen, dass sie sich noch etwas Liebens zu sagen haben, bevor sie zum Schlafen die Köpfe unter die Flügel
stecken.
Vom nahen Meer her weht eine kühlende Brise und würzt die Luft mit einem Hauch von Salz und Tang.
Am verblassenden Himmel zeigen sich die ersten Sterne.
Zikaden haben ihr vielstimmiges Konzert begonnen.
Langsam öffnet sich das Firmament mit einem tiefen Schwarz in die Unendlichkeit.
Ein Sternbild nach dem anderen senden ihr funkelndes Licht des Widerscheins.
Die Milchstraße schimmert wie Diamantenstaub.
Ab und zu zieht eine Sternschnuppe seine vergängliche Bahn und weckt die Hoffnung nach der Erfüllung unausgesprochener Wünsche.
Am Horizont erscheint langsam das kühle Licht des aufgehenden Mondes.
Ganz allmählich schiebt sich die silberne Scheibe über den Horizont.
Dünne Schatten zeichnen darauf ein schemenhaftes Gesicht.
Seine unsichtbaren Kraft strahlt die Ruhe eines alten, wohlbekannten Freundes aus, ganz so als wollte er sagen:`Schlaf ruhig, ich wache für dich.´
Das Konzert der Zikaden neigt sich dem Ende.
Kaum ein Geräusch stört noch die Ruhe der Nacht.
Lediglich das leise Säuseln des Windes greift deine Träume auf und nimmt sie mit auf eine Reise in die Ewigkeit.
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Brandung am Punto Teno (Teneriffa)
Gedankenverloren gehst du über das schwarz-braune, in bizarren Formen erstarrte Lavafeld. Einem Seiltänzer gleich, suchen deine Füße einen sicheren Stand auf dem schroffen Untergrund. Hier und da
hat ein Grasbüschel seine Wurzeln in einem der unzähligen Risse verankert, Schutz bietend für so manches Kleingetier. Ein Kanarenpieper auf der Suche nach Fressbarem kreuzt deinen Weg.
Du nimmst dies kaum war, denn dein Blick sucht die Weite des Horizontes. Tiefblau breitet sich der Atlantik vor dir aus.
Du gehst weiter.
Der trockene Untergrund beginnt sich mit glitzernden Salzkristallen zu überziehen. In kleinen Kuhlen, in denen noch Pfützen von Meerwasser die sengende Sonne überstanden haben, warten von der Ebbe überraschte Stichlinge, Seeschnecken und kleine Taschenkrebse auf die nächste Flut und die rettende Woge, die sie aus der unfreiwilligen Gefangenschaft befreit.
Du hörst in der Ferne das Grollen der auflaufende Brandung.
Die Luft schmeckt nach Salz und Tang.
Nebelgleich weht dir die zerrissene Gischt entgegen und kühlt deine Haut.
Du hast einen Platz auf einer vorgelagerten Klippe gefunden.
Du spürst die urgewaltige Kraft des Meeres. Eine langgezogene Dünung rollt vermeintlich sanft aus den Weiten des Ozeans heran, um sich vor der Küste zu gewaltigen Wogen aufzubäumen. Mit Kronen aus sich überschlagendem Wasser stürzen sie sich auf die Einhalt gebietenden Felsen. Der zeitlose Kampf der Elemente zieht dich in seinen Bann. Du fühlst dich klein, fast nichtig, angesichts dieser nicht zu bändigenden Gewalten.
Dein Blick verliert sich im Farbenspiel des Meeres. Das tiefe Blau wechselt in schillerndes Türkis, um sich weiß brodelnd über die Felsen zu ergießen. Die zurückfließenden Wasser scheinen vom fremden Element fliehen zu wollen. Doch im nächsten Moment vereinen sich die gegenläufigen Ströme zu einer neuerlichen Attacke.
Die Zeit und das geschäftige Treiben auf der Insel haben hier keine Bedeutung. Hier schlägt Poseidon den Takt.
Erst der heißere Schrei einer Möwe holt dich aus der Ohnmacht deines Daseins zurück.
Die Sonne steht schon tief.
Du machst dich auf den Heimweg. Das Grollen der Brandung verliert sich mit jedem Schritt – die Eindrücke dieses Naturschauspiels aber bleiben.
(nach einem unvergesslichen Ausflug mit meinem Freund Christian Wagner am 27. Oktober 2009)
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Gibt mir das Leben die Zeit, Dich zu finden?
Eine Frau, deren Augen mein Inneres sehen und erkennen.
Eine Frau, die sich nach mir sehnt, weil ihr Geist mich zu beflügeln versteht.
Eine Frau, die meine Schwächen liebt, weil sie die Gewissheit hat, dass daraus meine Stärke entspringt, deren Hand im Dunkeln Halt bietet, um geführt zu werden.
Eine Frau, die mir ihre Kraft schenkt, damit ich ihr meinen Mut zurück geben kann.
Eine Frau, die die Wahrheit lebt, ohne Angst vor der Zukunft.
Eine Frau, deren Haar das Garn ist, aus dem sich gemeinsame Träume weben lassen,
deren Haut die meine zu kühlen versteht, während sie das Feuer entfacht,
deren milde Berührung mich brennen lässt und deren Tiefe mein Fallen erlaubt.
Eine Frau, die ihre Einmaligkeit überträgt auf meine Unverwechselbarkeit, damit etwas Neues, Einzigartiges entsteht?
Dich zu finden, gab mir das Leben die Zeit!
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